App-Übersetzung: Wie ich meinen Markt um 200% vergrößert habe
Als ich meine Fitness-App SynapseGym veröffentlichte, hatte ich keine globale Reichweite erwartet.
Ich bin Indie-Entwickler — kein Unternehmen. Die App wurde nicht für Wachstumsmetriken oder Investoren gebaut — sondern aus Frustration. Die meisten Workout-Apps boten nicht das, was ich wollte, und die, die nah dran waren, waren schlicht zu teuer. Also beschloss ich, meine eigene zu bauen.
Was ich nicht erwartet hatte: Wie stark allein die Sprache den Erfolg der App beeinflussen würde.
Nur 32% des Marktes war deutschsprachig
Nach dem Launch analysierte ich die geografische Verteilung der Downloads.
Das Ergebnis war augenöffnend:
- 32% aller Downloads kamen aus Deutschland
- 68% kamen aus nicht-deutschsprachigen Ländern
Das bedeutet: Mehr als zwei Drittel aller Nutzer hätten nicht existiert, wenn die App nur auf Deutsch verfügbar gewesen wäre.
Ohne App-Übersetzung wäre SynapseGym auf etwa ein Drittel seiner tatsächlichen Marktreichweite beschränkt gewesen.

App-Übersetzung brachte keine Features — sie brachte Märkte
An der App selbst änderte sich nichts:
- Gleiche Features
- Gleiches UI
- Gleiche Funktionalität
Der einzige Unterschied war die Sprache.
Doch diese eine Änderung vergrößerte die erreichbare Zielgruppe um etwa:
+212% Marktwachstum (von 32% erreichbar → 100% erreichbar)
Mobile App-Lokalisierung verbesserte nicht das Produkt. Sie vervielfachte seine Sichtbarkeit.
Woher die zusätzlichen 68% kamen
Nach der Übersetzung der App Store-Einträge erschienen Downloads aus der ganzen Welt.
Ungefähre Verteilung:
| Region | Anteil |
|---|---|
| Osteuropa | ~17% |
| Westeuropa | ~15% |
| Asien | ~12% |
| Südamerika | ~9% |
| Naher Osten & andere | ~9% |
| Nordamerika | ~6% |

Kein einzelnes Land dominierte. Das Wachstum kam aus vielen kleineren Märkten zusammen — Märkte, die ohne lokalisierte App Store-Seiten komplett unerreichbar gewesen wären.
Warum nur Englisch nicht ausreichte
Obwohl Englisch weit verbreitet ist, zeigten die Daten ein klares Muster:
- Nutzer bevorzugen stark Apps in ihrer Muttersprache
- Lokalisierte Beschreibungen konvertieren deutlich besser
- Die App Store-Suchsichtbarkeit hängt stark von lokalisierten Keywords ab
In der Praxis: Eine nur-englische App ist für große Teile des globalen Marktes immer noch unsichtbar.
Für SynapseGym hätte nur Englisch immer noch mehr als 40% der potenziellen Nutzer unerreichbar gelassen.
Die versteckte Macht der App Store-Lokalisierung
App Store Optimization durch Lokalisierung beeinflusst drei kritische Wachstumsmetriken:
1. Auffindbarkeit (Discoverability)
Übersetzte Metadaten ermöglichen:
- Regionale Keyword-Rankings
- Länderspezifische Suchergebnisse
- Sichtbarkeit in lokalen App Store-Charts
Ohne Lokalisierung hat der Algorithmus schlicht nichts zum Indexieren.
2. Vertrauen
Nutzer installieren viel wahrscheinlicher, wenn:
- Beschreibungen in ihrer Sprache geschrieben sind
- Screenshots diese Sprache zeigen
- Das Onboarding vertraut wirkt
Dieser Effekt ist besonders stark außerhalb englisch-dominierter Märkte.
3. Conversion Rate
Verständnis schafft Vertrauen. Vertrauen führt zu Installs.
Selbst kleine Lokalisierungs-Verbesserungen können Conversion Rates signifikant steigern — besonders in Märkten wie Lateinamerika, Osteuropa und Asien.
Warum einfache KI-Übersetzung nicht ausreicht
Anfangs versuchte ich, meine App Store-Inhalte mit ChatGPT zu übersetzen.
Der Text war grammatikalisch korrekt — aber er performte nicht.
Denn App Store-Lokalisierung dreht sich nicht nur um Sprache. Jeder Markt nutzt andere:
- Suchbegriffe
- Keyword-Strukturen
- Formulierungsmuster
- Nutzererwartungen
Eine wörtliche Übersetzung mag gut lesbar sein, rankt aber für null Keywords. Aus ASO-Perspektive existiert sie einfach nicht.

Übersetzung ≠ Lokalisierung
ChatGPT übersetzt Sätze. Aber App Store-Wachstum hängt ab von:
- Regionaler Keyword-Intent
- Marktspezifischer Wortwahl
- ASO-getriebener Struktur
- Auffindbarkeit, nicht Lesbarkeit
Deshalb brauchen übersetzte Listings oft komplett anderen Content, nicht nur übersetzten Content.
Was ich aus dieser Erfahrung gebaut habe
Übersetzungen manuell zu verwalten wurde schnell unhaltbar:
- Dutzende Sprachen
- Unterschiedliche Keyword-Strategien pro Region
- Inkonsistente Übersetzungsqualität
- Ständiger Update-Aufwand
Diese Erfahrung führte mich dazu, appstoretranslate.com zu bauen — einen Service fokussiert auf ASO-bewusste App Store-Lokalisierung, nicht Wort-für-Wort-Übersetzung.
Das Ziel: Indie-Entwicklern helfen, die fehlenden 60–70% ihres Marktes zu erschließen — ohne Agenturpreise.
Was mich das als Indie-Entwickler gelehrt hat
Wenn ich heute auf die Daten schaue, ist die Schlussfolgerung klar:
- 32% der Downloads kamen aus meinem Heimatmarkt
- 68% wurden rein durch Übersetzung erschlossen
- Die gesamte erreichbare Zielgruppe stieg um über 200%
Oder einfach ausgedrückt:
Sprache war die einflussreichste Wachstumsentscheidung, die ich getroffen habe.
Keine Werbung. Keine Features. Kein Marketing. Nur Lokalisierung.
Fazit
App-Übersetzung dreht sich nicht darum, Text lesbar zu machen. Es geht darum, deine App auffindbar zu machen.
Sprache öffnet Märkte — ASO erschließt sie.
Ich entwickle SynapseGym und andere Produkte unter balane.tech. Sowohl die App als auch appstoretranslate.com entstanden aus echten Problemen, die ich selbst hatte — nicht aus theoretischen Wachstumsstrategien.



